• Man erfährt, welche 8 Kernfragen zu stellen sind, um eine erste Sachverhaltsskizze anzufertigen!
  • Man kann die wichtigen Fakten von den weniger wichtigen unterscheiden!

Ausgangsfall: Der Unfall auf der Landstraße

Nehmen wir an, es hat sich ein Verkehrsunfall mit der Beteiligung eines LKWs der Spedition S aus Saarbrücken und dem 15-Jährigen Radfahrer R in einer unübersichtlichen Landstraße ereignet. Der Radfahrer hatte die Kurve geschnitten, der entgegenkommende LKW-Fahrer F wich aus: 8.000 Euro LKW-Schaden. Die Polizei nimmt den Unfallhergang auf und liest im Europäischen Unfallbericht, dass der Radfahrer alle Schuld auf sich nehmen will! Die Eltern E des R sind entsetzt über sein Schuldeingeständnis und laufen zum Anwalt A , da sie nichts zahlen wollen!

Frage:  Wie ist die Rechtslage?

Problem: Welche Fakten muss man für die Lösung wissen?

Das Problem: Wenn ein Rechtsproblem entsteht, gibt es gefühlt unzählige Fakten, die es richtig zu sortieren gibt. 

  • Häufiges Anfänger-Problem: .Alles scheint einem wichtig!
  • Professor Richter: Woher wissen Sie immer, was wichtig und was unwichtig ist?


Beispiel: Was hat das mit dem "Europäischen Unfallbericht" auf sich? Gilt hier nicht, "Eltern haften für ihre Kinder"?

Die Ursachen: Wenn man sich in einem Rechtsgebiet noch nicht auskennt, weiß man nicht,

  • was braucht der Jurist an Fakten, damit er die Gesetze für die Lösungsfindung anwenden kann!
  • was sollte man zuerst ermitteln, und was reicht auch noch später?
  • welche Schemata der Juristen  können einem helfen?
  • was wird wohl das Ergebnis des Falles sein?

Lösung: Diese 8 Fragen führen zu einer perfekten Fallskizze!

1. Beteiligte: Welche Beteiligten stehen sich gegenüber?

Gerade dann, wenn mehrere Personen bei einem Fall betroffen sind, ist es wichtig, zuerst zu entscheiden, wer Anspruchsteller und wer Anspruchsgegner is!

Anspruchsteller:  

  • Wer will was in dem Fall? 
  • Wer stellt Ansprüche, die im Fall geklärt werden sollten? 
  • Wer ist also der Anspruchsteller!


Anspruchsgegner

  • Wer kann einem das Gewünschte geben? 
  • Wer ist also der Gegner des Anspruchstellers!


IM AUSGANGSFALL

  • Anspruchsteller ist die Spedition als Eigentümerin des beschädigten LKW, nicht der Fahrer F selbst, da er in der Regel nur angestellt ist
  • Anspruchsgegner ist der Radfahrer R als Handelnder, nur nachrangig die Eltern E


INTERNET-TIPPs:


2. Anspruchsziele: Welche Anspruchsziele hat der Anspruchsteller?

"Wer das Ziel nicht kennt, wird den Weg nicht finden" heißt es beim Dichter Morgenstern. Deshalb ist es gleich von Anfang an wichtig herauszufinden, welche betriebswirtschaftlichen und juristischen Ziele der Anspruchsteller verfolgt, z.B.:

  • Geldzahlung, z.B. Schadensersatz im Ausgangsfall der Spedition S, die 8.000 Euro vom Radfahrer R verlangen wird
  • Herausgabe, z.B. von bereits gelieferten Waren, die dann aber doch nicht bezahlt wurden
  • Unterlassung, z.B. der Nutzung einer Mietwohnung zu gewerblichen Zwecken
  • Gegendarstellung, z.B. bei falscher Berichterstattung in den Medien
  • etc.


Abhängig davon,  welche Anspruchsziele verfolgt werden, hängt davon ab, welche...

  • Rechtsgebiete bzw. Gesetze man für die Lösung heranziehen sollte,
  • spezialisierten Anwälte zu Rate zu ziehen sind 
  • welche Gerichte zuständig sind, 
  • wie hoch die Kosten der Rechtsverfolgung sein werden, etc.



3. "Das Böse": Was ist das "Böse", das der Anspruchsgegner (angeblich) gemacht hat?

Um herauszufinden, woraus sich das Anspruchsziel des Anspruchstellers ergeben könnte, müssen die Argumente zusammengestellt werden, die im Falle der Richtigkeit auch vor Gericht zum Gewinnen des Falles führen würden.

Dabei hilft es sich zu fragen, 

  • was ist die Rechtsverletzung durch den Anspruchsgegner passiert?
  • wann ist sie passiert?
  • welche Folgen hatte dass Verhalten des Anspruchsgegners?


IM AUSGANGSFALL

  • durch das Kurve Schneiden  und damit nicht ganz rechts Fahren des R in einer unübersichtlichen Kurve
  • wurde der LKW-Fahrer in diesem Moment zum Ausweichen gezwungen
  • was wiederum einen Schaden am LKW zur Folge hatte, der z.B. als Reparaturkosten und Ersatz eines Verdienstausfalls bestehen kann

4. Erwiderungen: Mit welchen Argumenten wehrt sich der Anspruchsgegner?

Für die Fallbearbeitung ist es immer sehr hilfreich zu beachten, was die gegnerische Seite an Argumenten anführt, warum der geltend gemachte Anspruch dann doch nicht dem Anspruchsteller zustehen soll.
Denn: Somit weiß man, welche Erwiderungen man in seiner Lösung entkräften muss, um den Fall zu gewinnen!

Mögliche Einwendungen gegen einen Anspruch könnten sein, dass z.B. 

  • gar kein Vertrag geschlossen wurde,
  • der geschlossene Vertrag unwirksam ist, 
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IM AUSGANGSFALL


5. Weitere Beteiligte: Welche weiteren Beteiligten könnten für die Lösung wichtig werden?

Gerade dann, wenn viele Personen bei einem Fall betroffen sind, ist es wichtig, zuerst zu entscheiden, wer Anspruchsteller und wer Anspruchsgegner is!

Anspruchsteller:  

  • Wer will was in dem Fall? 
  • Wer stellt Ansprüche, die im Fall geklärt werden sollten? 
  • Wer ist also der Anspruchsteller!


Anspruchsgegner

  • Wer kann einem das Gewünschte geben? 
  • Wer ist also der Gegner des Anspruchstellers!


 

IM AUSGANGSFALL 

6. Die 5-W-Frage: Wer will von wem, was, woraus und aus welchen Gründen?

Gerade dann, wenn viele Personen bei einem Fall betroffen sind, ist es wichtig, zuerst zu entscheiden, wer Anspruchsteller und wer Anspruchsgegner is!

Anspruchsteller:  

  • Wer will was in dem Fall? 
  • Wer stellt Ansprüche, die im Fall geklärt werden sollten? 
  • Wer ist also der Anspruchsteller!


Anspruchsgegner

  • Wer kann einem das Gewünschte geben? 
  • Wer ist also der Gegner des Anspruchstellers!

 

IM AUSGANGSFALL 

7. Erste Gedanken zur Lösung: Welches Schema hilft bei der Lösung der Rechtsfragen zum Anspruchsziel?

Gerade dann, wenn viele Personen bei einem Fall betroffen sind, ist es wichtig, zuerst zu entscheiden, wer Anspruchsteller und wer Anspruchsgegner is!

Anspruchsteller:  

  • Wer will was in dem Fall? 
  • Wer stellt Ansprüche, die im Fall geklärt werden sollten? 
  • Wer ist also der Anspruchsteller!


Anspruchsgegner

  • Wer kann einem das Gewünschte geben? 
  • Wer ist also der Gegner des Anspruchstellers!

 

IM AUSGANGSFALL 

8. Prognose: Wo geht der Fall hin? Wer wird wohl was gewinnen?

Gerade dann, wenn viele Personen bei einem Fall betroffen sind, ist es wichtig, zuerst zu entscheiden, wer Anspruchsteller und wer Anspruchsgegner is!

Anspruchsteller:  

  • Wer will was in dem Fall? 
  • Wer stellt Ansprüche, die im Fall geklärt werden sollten? 
  • Wer ist also der Anspruchsteller!


Anspruchsgegner

  • Wer kann einem das Gewünschte geben? 
  • Wer ist also der Gegner des Anspruchstellers!

 

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